Leben und überleben als Student

Leben & überleben als Student

Tipps, wie ihr den Alltag neben eurem Studium organisiert

Das Studium kann sich manchmal wie ein Knochenjob anfühlen. Trotzdem gibt es für viele oft keine andere Möglichkeit, als gleichzeitig einem Nebenjob nachzugehen. Worauf ihr dabei achten müsst und welche staatlichen Beihilfen ihr zusätzlich beantragen könnt, klären wir in unserem heutigen Blogbeitrag.

Außerdem zeigen wir euch auf, welche Optionen ihr beim Thema „Wohnen“ habt – und was davon am meisten Sinn macht, damit ihr euch ohne Ablenkung und top organisiert auf euer Studium konzentrieren könnt.

1. Nebenjobs – wie viel darf man verdienen und worauf ist zu achten?

Viele Studierenden gehen einem Nebenjob während des Studiums nach, um sich etwas dazu zu verdienen und sich ab und zu etwas leisten zu können. Die Kunst dabei ist, sich gut zu organisieren und seine Zeit sinnvoll einzuteilen, sodass das Studium und die nötige Lernzeit nicht darunter leiden.

Außerdem solltet ihr folgende Punkte beachten, damit euch der Nebenjob am Ende nicht schadet, sondern tatsächlich nur Vorteile bringt:

Steuerfreie Einkommensgrenze für Studenten:

Als Student könnt ihr bis zu 721 Euro monatlich verdienen, ohne darauf Steuern zahlen oder Sozialabgaben leisten zu müssen.

Gewerbe anmelden um Steuern zu sparen:

Wer mehr als den monatlichen Freibetrag verdient und dabei auf freier Tätigkeitsbasis arbeitet, sollte ein Gewerbe anmelden. Dies hat – trotz eines Mehraufwands bei der Einkommensteuererklärung – den Vorteil, viele eurer Ausgaben steuerlich absetzen zu können.

Verdienen und BAföG beziehen:

Wer BAföG in Anspruch nimmt, sollte sich den für ihn geltenden steuerlichen Freibetrag von seinem zuständigen BAföG-Amt genau berechnen lassen (siehe weiter unten: „Finanzielle Beihilfe während des Studiums“).

Fristen einhalten:

Grundsätzlich darf ein Nebenjob nicht mehr Zeit in Anspruch nehmen als euer Studium selbst. Die Faustregel ist daher: nicht mehr als 20 Stunden pro Woche während des Semesters zu arbeiten. In euren Semesterferien steht euch dagegen grundsätzlich frei, was ihr mit eurer Zeit anstellt.

Familienversicherung:

Wer bei den Eltern mit krankenversichert ist, darf die monatliche Einkommensgrenze von 415 Euro nicht überschreiten! Ausgenommen sind davon lediglich sozialversicherungsfreie Minijobs auf 450-Euro-Basis und kurzfristige Beschäftigungen. Wollt ihr mehr verdienen oder eine langfristige Anstellung eingehen, müsst ihr euch selbst krankenversichern.

Schon während des Studiums an die spätere Karriere denken:

Wer einen Nebenjob in einem für sein Studium relevanten Bereich ergattern kann, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn mit dem Nebenjob lässt sich dann nicht nur etwas dazuverdienen, sondern auch noch „echte“ Berufserfahrung sammeln. Darum kann es sinnvoll sein, sich an der Uni einen sogenannten HiWi-Job (z.B. am entsprechenden Lehrstuhl) zu suchen. Für andere ist der Gang in ein Unternehmen/eine Agentur der beste Weg: angehende Designer beispielsweise in Agenturen, Mediziner im Krankenhaus, etc.

TIPP: Schaut euch für einen HiWi-Job am besten am „schwarzen Brett“ in eurer Uni um. Wer Praxiserfahrungen in einem Unternehmen sammeln möchte, sollte das lokale Branchenbuch durchstöbern.

Nützliche Links für eure Jobsuche:

  • www.studis-online.de
  • www.jobpilot.de
  • www.jobs.de
  • www.fernstudium-direkt.de

2. Wohnen als Student – so klappt`s

Mit dem Studium beginnt für viele ein neues Kapitel, das den Auszug aus dem eigenen Elternhaus mit sich bringt. Auch hier habt ihr wieder die Qual der Wahl: zieht ihr sofort in eine eigene Wohnung, teilt ihr euren Wohnraum mit anderen Studenten in einer Wohngemeinschaft (WG) oder geht es für euch erstmal ab ins Studentenwohnheim?

Damit euch die Entscheidung leichter fällt, haben wir die Pros und Cons dieser Optionen aufgelistet:

1. Eigene Wohnung

+ PRO: mehr Freiraum, Privatsphäre, Ruhe, volle Konzentration aufs Studium möglich da keine Ablenkung, Platz für Besuch von Freunden/Familie; keine Kompromisse eingehen müssen

– CONTRA: hohe Mietpreise und Nebenkosten, weniger sozialer Anschluss und (schlimmstenfalls) „Vereinsamung“ nach der Vorlesung

2. Wohngemeinschaft

+ PRO: günstige Mietpreise, Aufteilung der Nebenkosten sowie der Ausgaben für Lebensmittel etc.; lästige Aufgaben wie Putzen oder Aufräumen werden auf alle Mitbewohner verteilt; eventuelle Einsamkeit nach Wegzug aus dem Elternhaus entfällt

– CONTRA: Probleme wie Sauberkeit und Lärm durch rücksichtslose Mitbewohner; schlechter Einfluss und eventuelle Ablenkung vom Studium durch WG-Partys; Kompromisse beim Putzen und Abspülen

3. Studentenwohnheim

+ PRO: günstigste Variante; leicht sozialen Anschluss zu finden; regelmäßig Gemeinschaftsaktivitäten und Partyangebote

– CONTRA: Lange Wartelisten, oft monatelanges Warten; nur begrenzte Mietdauer möglich; bei einem Praktikum oder Auslandssemester keine Untervermietung möglich

3. Finanzielle Beihilfe während des Studiums

Finanzielle Beihilfe als Student zu beziehen, ist eine durchaus berechtigte Überlegung. Denn mit einem erfolgreich abgeschlossenen Studium und später gut bezahltem Job sind eventuelle Schulden durch Studentenkredite verhältnismäßig schnell abbezahlt. Noch dazu sind diese meist besonders niedrig bis gar nicht verzinst und bedeuten somit eine überschaubare Belastung nach dem Studienabschluss.

Die wohl beliebteste Wahl der finanziellen Unterstützung des eigenen Studiums ist der Antrag auf Bezüge nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG. Das Gute daran: Beim BAföG handelt es sich um einen zur Hälfte vom Staat „spendierten“ Zuschuss, dessen andere Hälfte als zinsloses Staatsdarlehen bereitgestellt wird.

Voraussetzungen für BAföG:

  • nur das Erststudium kann gefördert werden
  • nur bis zum 30. (bei Masterstudiengängen bis zum 35.) Lebensjahr erhältlich
  • falls vorhanden, müssen Zwischenprüfungen fristgerecht und erfolgreich bestanden oder ggf. ab dem 5. Semester Leistungsnachweise vorgelegt werden
  • die Höhe ist abhängig vom eigenen Einkommen sowie des Ehe-/Lebenspartners und der Eltern

Wichtig: Wer BAföG bezieht unterliegt einer maximalen Einkommensobergrenze von 4.880 Euro pro Jahr. Alle Einkünfte, die darüber hinaus gehen, können sich äußerst negativ auswirken. Den genauen Betrag könnt ihr euch von eurem zuständigen BAföG-Amt ausrechnen lassen. Hier geht’s zur offiziellen Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Alternativen zum BAföG

Wer keinen Anspruch auf BAföG hat, muss dennoch nicht verzweifeln. Für Studenten gibt es einige attraktive Zuschussmöglichkeiten - und auch ein klassischer Kredit kann sich als geeignete finanzielle Unterstützung erweisen.

Hier sind eure Alternativen zum BAföG auf einen Blick:

  • Studentenkredite: Besonders niedrige Zinsen machen sie zu einer attraktiven Option für ein finanziell sorgenfreies Studium.
  • Bildungskredit des Bundes: Extrem niedrige Zinsen, allerdings erst ab dem 3. Semester und bei Vollzeitstudium erhältlich.
  • Für alle, die kein BAföG bekommen, gibt es die Chance auf Wohngeld. Kann bei der Wohngeldstelle der Gemeinde-, Stadt- oder Kreisverwaltung beantragt werden.
  • In Spezialfällen kann man Sozialgeld/ALGII beantragen. Doch Vorsicht: Gilt nur für Teilzeitstudien, neben denen man gleichzeitig dem Arbeitsmarkt als Arbeitskraft zur Verfügung stehen und vermittelte Jobangebote annehmen muss.
  • Stipendien: Neben verschiedenen Programmen des Bundes gibt es zahlreiche privat finanzierte Stipendien. Die gute Nachricht: Nicht alle Stipendien hängen von den erbrachten Leistungen ab. Hier erfahrt ihr mehr.