Techniken für eine erfolgreiche Präsentation und zur Vorbereitung von mündlichen Prüfungen

So präsentiert ihr wie ein Pro!

Techniken für eine erfolgreiche Präsentation und zur Vorbereitung von mündlichen Prüfungen

Für viele ist es wohl die schweißtreibendste Sache während des Studiums: Referate halten oder mündliche Prüfungen durchstehen – das kann Einen schon ganz schön Nerven kosten! Doch wer auch diese „Hürde“ in der Studienzeit als Chance sieht, wird sich später im Berufsleben leichter tun. Denn nicht selten gilt es auch dann, Präsentationen vorzubereiten und diese vor Kollegen oder Kunden zu halten.

In unserem heutigen Blogbeitrag zeigen wir euch daher, wie ihr Schritt für Schritt zum Präsentationsguru werdet, sodass ihr souverän Themen vortragen und Prüfungssituationen überstehen könnt.

1. Präsentieren und referieren im Studium

Vor der fertigen Präsentation steht die Recherche. Deshalb müsst ihr erstmal das verfügbare Material sichten, das für euer Thema relevant ist. Ein Referat oder Vortrag ist dann im Prinzip lediglich ein Extrakt des kompletten Themas.

Die Kunst besteht allerdings darin, für euer Referat ausschließlich die wichtigsten Punkte herauszufiltern und diese auf eure Folien zu packen.

Kleiner Tipp: Ihr könnt euch die entsprechenden Stichworte als Leitfaden für eure Präsentation vorstellen. Sie sollten nämlich bereits genügend Informationen transportieren, um selbsterklärend für den Leser/Zuhörer zu sein – aber dennoch Raum für eure Argumente und Interpretationen lassen.

Faustregeln für die Präsentationsvorbereitung:

  • Schreibt euch Stichpunkte auf Karteikarten, die euch als Gedächtnisstütze helfen sollen. Vermeidet ganze Sätze und vollständige Formulierungen. Ansonsten lauft ihr Gefahr, komplett abzulesen - und schon bei der kleinsten Störung aus dem Konzept zu kommen
  • So wie Texte haben auch Präsentationen einen standardmäßigen Aufbau von Einleitung, Hauptteil und Schluss.
  • Wenn euch ein Themenbereich zu komplex erscheint, wird es euren Zuhörern sehr wahrscheinlich genauso gehen. An dieser Stelle helfen anschauliche Beispiele und Animationen, um eure PowerPoint-Präsentation aufzulockern und das Thema zu vereinfachen.
  • Denkt immer an euer Publikum: Für wen präsentiert ihr? Verstehen eure Zuhörer die Fachbegriffe? Oder sind sie zu kompliziert? Passt entsprechend den Inhalt an!
  • Zu einer guten Präsentation gehört auch ein Handout! Dieses sollte alle Inhalte des Vortrags ausführlicher wiedergeben als die Folien. Vorsicht: Teilt die Handouts am besten erst am Ende eures Vortrags aus, damit ihr die Aufmerksamkeit der Zuhörer nicht schon vorher verliert!
  • Übt eure Präsentation mehrfach zu Hause, am besten ein paar Mal vor dem Spiegel und vor Freunden oder der Familie.
  • Unterschreitet das vorgegebene Zeitlimit um wenige Minuten. So habt ihr später auch noch ein wenig Zeit für mögliche Fragen oder Kommentare aus dem Publikum.
  • Denkt daran, eure fertige Präsentation sowohl online als auch auf einem Datenträger abzusichern – und packt diesen am Präsentationstag unbedingt in eure Tasche! ;-)

WICHTIG: „Das Auge isst mit“! Das soll heißen: Das Erscheinungsbild eurer Präsentation sowie die Art, wie ihr vortragt, ist mindestens genauso wichtig wie der Inhalt!

Professionelle Präsentationsvorbereitung

An der Technik ist schon so manch großer Redner gescheitert. Es ist daher ratsam, vorab alle erforderlichen Geräte und Kabel einmal zu checken. Überprüft auch unbedingt, ob euer Laptop mit dem Beamer kompatibel ist. Macht euch außerdem mit dem Mikrofon oder dem Pointer vertraut, damit euch nichts ablenkt während ihr vortragt.

Faustregeln für eine gute PowerPoint-Präsentation:

  • Weniger ist mehr: sieben Zeilen pro Folie nicht überschreiten!
  • Achtung Schriftgröße: nicht kleiner als 24 pt!
  • Ablenkende Details vermeiden: eine klare Schriftart wie Arial, Verdana oder Times New Roman lenkt nicht vom Inhalt ab und ist leicht lesbar.
  • Nicht zu bunt: Die Schriftfarbe sollte sich deutlich von der Hintergrundfarbe abheben.

Ihr könnt zur Veranschaulichung auch Flipcharts, Plakate oder Overhead-Projektionen einsetzen. Jeglicher Zusatz zu eurer Präsentation kann euer Publikum aber von der eigentlichen Präsentation ablenken. Benutzt anderen Medien daher nur in Maßen – und mit Bedacht!

Erfolgreich präsentieren

Der Tag der Wahrheit ist gekommen. Jetzt heißt es: Ruhe bewahren und das Erarbeitete professionell und selbstsicher wiedergeben.

Hier ein paar Tipps für souveränes Vortragen:

  • Eine beliebte Präsentationstechnik ist, mit ein paar Abstimmungsfragen ans Publikum zu beginnen: „Wer kennt den Begriff XY? Wie viele von euch haben schon mal von Problem XY gehört?“ etc. Der Vorteil: So stellt ihr gleich von Anfang an eine Beziehung zu euren Zuhörern her und nehmt die anfängliche Spannung heraus.
  • Auch zwischendurch helfen kurze Fragen ans Publikum dabei, die Aufmerksamkeit zu erhalten oder zurückzugewinnen.
  • Bevor ihr direkt mit dem Thema anfangt, gebt euren Zuhörern einen kurzen Überblick über den kompletten Vortrag. Sie können euch dann besser folgen.
  • Langsam reden und Pausen einbauen: Während des Vortrags sollten die Zuhörer ausreichend Zeit dafür haben, sowohl dem Vortragsredner als auch den Inhalten der Folien zu folgen.

WICHTIG: Folien dienen (genau wie eure Karteikarten) nur zur Unterstützung eures Vortrags. Sie sollten den Inhalt des Gesprochenen also nicht 1:1 wiedergeben oder ihn gar ersetzen.

  • Gleich zu Anfang eurer Präsentation könnt ihr klären, ob ihr die Fragen aus dem Publikum während oder erst nach eurem Vortrag beantworten werdet. Tipp: Wenn euch Zwischenfragen nicht völlig aus dem Konzept bringen, solltet ihr sie zulassen. Denn damit steigert ihr automatisch die Aufmerksamkeitsbereitschaft eures Publikums.
  • Selbstbewusstes Auftreten vermittelt Kompetenz: Erinnert euch selbst kurz vor Referatsbeginn noch einmal daran, wie gut ihr euch auf das Thema vorbereitet habt – und jetzt lediglich euer Wissen mit dem Publikum teilt.
  • Versucht während des kompletten Vortrags immer wieder bewusst, das Publikum mit Augenkontakt, einem Zunicken oder Anlächeln einzubinden. So fühlen sich die Zuhörer angesprochen und bleiben aufmerksam.
  • Bewegung bringt Abwechslung für die Augen eurer Zuhörer. Und euch hilft es zu entspannen und eure Gedanken in Schwung zu halten. Bleibt also nicht wie angewurzelt stehen und baut hin und wieder die ein oder andere Geste (z.B. bei Begriffen wie hoch, tief, groß, klein etc.) ein.

Kurz vor Beginn der Präsentation hilft es vielen Menschen auch, sich den eigenen Lieblingssong anzuhören oder mit jemandem eine Unterhaltung zu einem komplett anderen Thema zu führen. Das reduziert die Anspannung. Und zu guter Letzt: Führt euch vor Augen, dass alle Anwesenden im Raum „normale Menschen“ sind, die euch sicher nichts Böses wollen – und an eurer Stelle wohl genau so nervös wären.

2. Mündliche Prüfungen

überstehen Prüfungen bedeuten für viele Studierende einen unglaublichen Stressfaktor. Kein Wunder, ist die direkte Konfrontation mit dem Prüfer und das spontane Antworten doch eine absolute Ausnahmesituation. Jedoch gilt es auch hier, Nerven zu bewahren und sich in Ruhe und mit strategischem Vorbereiten an die Prüfungssituation heranzutasten.

Wie bei Präsentationen oder Referaten, solltet ihre euch vor mündlichen Prüfungen daher auch zunächst einen Überblick über das Thema zu verschaffen. Oft hilft es, die Informationen in kleine Wissensblöcke zu unterteilen, um besser den Überblick zu behalten.

Dem Prüfer ohne Angst gegenübertreten

Klar: Es ist alles andere als leicht, sich in den Prüfer hineinzuversetzen um genau vorherzusehen, was er/sie hören will. Mit einem kompetenten und motivierten sowie höflichen und selbstsicheren Auftreten könnt ihr die Situation aber trotzdem positiv beeinflussen.

Um das zu erreichen, solltet ihr das Thema sowie die Formalitäten der mündlichen Prüfung genau kennen. Denn dann habt ihr bereits eine ungefähre Ahnung, was konkret auf euch zukommt – und lasst euch nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen.

So bewältigt ihr eure Prüfungsangst:

Ruhe bewahren: Vermeidet die Gesellschaft von Panikmachern. Umgebt euch besser mit positiven und entspannten Kommilitonen.

Sicherheit aufbauen: Wer sich gewissenhaft vorbeireitet, fühlt sich besser!

Ihr seid nicht die Ersten: Objektiv betrachtet ist es nur eine Prüfung, die schon Tausende andere vor euch bestanden haben.

Mal ehrlich: Eine Wiederholung wäre doch auch kein Weltuntergang, oder?!

Bedenkt, dass auch die Prüfer Interesse daran haben, dass ihre Studierenden bestehen... jeder durchgefallene Prüfungskandidat bedeutet mehr Arbeit für alle.

Und noch mal: Es sind alles nur Menschen und niemand will euch etwas Böses tun!

Aus Fehlern lernen: Die Prüfung auswerten und analysieren

Während der kompletten Studienzeit ist es sinnvoll, sich jeden einzelnen Meilenstein genauer anzuschauen und auszuwerten. Die Erfahrungen aus einer Prüfung können euch bei den kommenden Herausforderungen (auch außerhalb des Studiums) nutzen.

Schaut euch zum Beispiel an, welche Argumente eure Prüfer für die Notengebung angeführt haben und überlegt, welche Konsequenzen ihr daraus für die nächste Prüfung ziehen solltet.

Denn eines ist sicher: Nach der Prüfung ist vor der Prüfung!


 

Für weitere Informationen zum Thema „Präsentieren“ empfehlen wir euch das Pearson Fachbuch Wissenschaftlich mit PowerPoint arbeiten von Tobias Ravens.