So recherchiert ihr erfolgreich fürs Studium!


So funktioniert die Recherche in der Unibibliothek und im Internet

Tipps & Tricks für den korrekten Einsatz von Quellen, Informationen und Zitaten im Studium

Eine gute Vorbereitung ist alles! Das gilt auch für eure Semesterarbeiten, Referate und Prüfungen. Denn nur in der Schule wurde euch die notwendige Pflichtlektüre vorgeschrieben beziehungsweise für euch ausgesucht. Im Hochschulstudium ist es dagegen unabdingbar, dass ihr selbst herausfindet, welche Quellen sinnvoll sind – und wo ihr diese am besten findet.

In unserem heutigen Blogbeitrag erklären wir daher ausführlich, wie ihr im Studium zunächst effizient recherchiert und anschließend richtig zitiert.

Internet-Recherche im Studium

Das Internet ist auch für Studenten heute oft die erste Wahl bei der Suche nach (schnellen) Informationen zu einem bestimmten Thema. Nur schon einmal vorab: Der Gang in die Unibibliothek lohnt sich trotzdem. Warum, das erklären wir euch später. Zunächst ist es aber wichtig, die einzelnen Internetquellen zu evaluieren:

Vorsicht bei der Quellen-Auswahl im Internet

Wikipedia

Obwohl Wikipedia mit über 39 Millionen Artikeln eines der größten Onlinelexika ist, sind die von ehrenamtlichen Redakteuren verfassten Beiträge nicht auf wissenschaftliche Richtigkeit geprüft. Sie können für eine erste Orientierung oder oberflächliche Recherche durchaus hilfreich sein, allerdings sollten sie besser nicht als Quelle in euren Arbeiten für das Studium erscheinen.

Google-Suche

Doch wie sucht und findet man nun gehaltvolle Informationen im Internet, die man als Quelle für die eigene Arbeit angeben kann? Ganz einfach: Mit sogenannten „Operatoren“. Denn mit diesem oft vernachlässigten Kniff bei der Google-Suche könnt ihr eure Recherche gezielt verfeinern – und die Ergebnisse damit optimal eingrenzen!

Hier ein paar Beispiele, wie ihr zu einer möglichst genauen Ergebnisliste von relevanten Webseiten für eure Suche kommt:

  • AND/OR – wenn ihr nach mehreren Begriffen sucht
  • „“ Anführungszeichen für die exakte Suche nach Eigennamen oder Phrasen in der gewünschten Reihenfolge
  • - ein Minuszeichen vor dem Begriff, den ihr ausschließen wollt (Bsp.: Herr der Ringe -Film)
  • : Der Einsatz eines Doppelpunktes hilft bei der Suche in einem bestimmten Bereich, um etwa eine komplette Domain (site:), eine URL (inurl:), den Titel (intitle:) oder nur den (sichtbaren) Text (intext:) einer Internetseite zu durchsuchen.

Wichtig: Damit Google sie auch wirklich umsetzt, müssen alle genannten Kommandos (auch bei deutschsprachigen Suchanfragen) auf Englisch in den Suchschlitz eingegeben werden.

Andere Suchmaschinen

Vor allem für die wissenschaftliche Recherche eignen sich auch zahlreiche Alternativen abseits von Google, Bing & Co.:

  • Google Scholar: Diese Datenbank ist speziell für das gezielte Suchen von Literatur für Schüler und Studenten gedacht. http://scholar.google.com
  • Base: Die wissenschaftliche Suchmaschine "Bielefeld Academic Search Engine" bietet seit 2004 nicht nur deutsche Suchergebnisse. http://www.base-search.net
  • Metager: Diese Metasuchmaschine der Universität Hannover stellt Ergebnisse aus vielen verschiedenen wissenschaftlichen Suchmaschinen zusammen. http://www.metager.de
  • Scientific Commons: Eine Seite für alle Fachbereiche, auf der man frei zugängliche, wissenschaftliche Informationen erhält. http://www.scientificcommons.org
  • Scientific Search Engines: Diese Suchmaschine stellt eine umfangreiche Sammlung von Wissenschaftssuchmaschinen zur Verfügung. www.llek.de

Internetverzeichnisse

Internetverzeichnisse können euch dabei helfen, qualitativ hochwertige Informationen schneller zu finden. Anders als bei der Suchmaschinen-Suche sind in Online-Verzeichnissen manuell vorausgewählte Webseiten aufgelistet. Die Suche kann dort also oft schneller zum Ziel führen.

Dies kann vor allem dann hilfreich sein, wenn man sich einen ersten Überblick zu einem Thema verschaffen möchte. Aufgrund der Schnelllebigkeit des Internets sollte man aber die Aktualität der Verzeichnisse beziehungsweise deren Informationen noch einmal überprüfen, bevor man diese verwendet.

Verifikation von Informationen

Generell solltet ihr beachten, dass ihr alle Informationen hinterfragt, bevor ihr einer Seite Glauben schenkt. Checkt dabei unbedingt, ob die Webseite ein vernünftiges Impressum hat und ob der Artikel beziehungsweise die Informationen aktuell gehalten sind. Außerdem könnt ihr prüfen, ob der Autor selbst auf Quellen verweist. Denn auch das deutet auf die Richtigkeit der Angaben hin.

Lesezeichen und Bookmarks

Damit eure Recherche übersichtlich bleibt und ihr auch über einen längeren Zeitraum hinweg (oder besser: während eures gesamten Studiums) geeignete Informationsquellen nutzen könnt, ist das Anlegen von „Bookmarks“, „Lesezeichen“ und „Favoriten“ sinnvoll. Dadurch habt ihr euer persönliches Rechercheverzeichnis und könnt schnell und gezielt auf einzelne Themenbereiche zurückgreifen.

Quellenangaben

Wenn ihr eine Information gefunden habt, auf die ihr euch in eurer Arbeit beziehen wollt, müsst ihr genau angeben, woher diese stammt. Diese Elemente dürfen dabei nicht fehlen:

  • Name des Autors (falls nachvollziehbar)
  • „Titel der Seite“
  • URL
  • Datum, wann du die Seite besucht hast

Hier ist ein Beispiel für eine richtige Quellenangabe von Webseiten:

Zinkant, Kathrin: “Kuba: Unbekanntes Tagebuch Humboldts schildert Gräuel der Sklaverei. Stand: 26. September 2016. http://www.sueddeutsche.de/wissen/kuba-unbekanntes-tagebuch-humboldts-schildert-graeuel-der-sklaverei-1.3175136 (abgerufen am 28. September 2016).

Falls der Autorenname nicht angegeben ist, dann rückt der Titel der Seite an die erste Stelle. Bei einem fehlenden Erscheinungsdatum solltet ihr „o. J.“ (ohne Jahr) angeben.

Tipp: Macht eine Kopie (auf einem USB-Stick etc.) eurer Internetquellen, damit ihr diese ggf. auch dann noch nachweisen könnt, wenn euer Dozent bei der Korrektur eurer Arbeit die Seite plötzlich nicht mehr aufrufen kann.

Die Recherche in der Unibibliothek

Wie oben schon angedeutet, ist die Internetrecherche zwar der erste und schnellste Weg um sich an ein bestimmtes Thema heranzutasten. Jedoch ist für wissenschaftliches Arbeiten ein Besuch in der Bibliothek unabdingbar. Denn diese weist (fast) immer einen größeren Umfang an spezifischer Fachliteratur als das Internet auf.

Hier ein paar Tipps für euren Besuch in der Unibibliothek:

  • Viele Bibliotheken enthalten verschiedene Medienarten neuerer und älterer Erscheinungsjahre, z.B. Fachliteratur oder Romane, Dissertationen, Noten, Zeitschriften, Mikrofilme, DVDs oder Online-Ausgaben und mehr. Damit ihr an die für euch relevante Info gelangt, solltet ihr das Suchportal eurer Bibliothek nutzen.
  • Wie bei der Online-Recherche hilft es auch bei der Suche in stationären Datenbanken, Bibliographien oder im Bibliothekskatalog, passende Suchfilter einzusetzen. Mit etwas Übung lässt sich so auch hier die Informationsflut auf vornehmlich relevante Literatur eindämmen.
  • Über die Signatur eines Buches, welche ihr meist auf dem Buchrücken findet, könnt ihr den genauen Standort der Publikation innerhalb des Bibliothekbestandes bestimmen.

Richtig zitieren

Habt ihr eine passende Quelle gefunden, müsst ihr meist nicht auf die (komplette) Publikation verweisen, sondern auf darin zitierte Textstellen. Richtiges Zitieren ist deshalb mindestens genauso wichtig wie der Einsatz der validierten Information. Kein Wunder, dass es hier einige ganz bestimmte Regeln gibt:

  1. Es muss immer klar erkenntlich sein, was (Text UND/ODER Gedanke) von euch stammt - und was nicht.
  2. Ihr dürft ein (wörtliches) Zitat nicht verändern und müsst es exakt (auch mit Rechtschreibfehlern!) wiedergeben.
  3. Falls ihr das (wörtliche) Zitat verändern wollt, um es besser in euren Text einzupassen, ist besondere Sorgfalt geboten. Kennzeichnet jede Änderung mit einer eckigen Klammer: „Er sagte nein [...] und ging dann wi[e]der weiter.“
  4. Wie oben im Text schon erwähnt, sind Quellenangaben unabdingbar. So muss auch jedes Zitat auf seine Quelle zurückführbar sein.
Diese Elemente dürfen beim Zitieren aus den jeweiligen Quellen nicht fehlen:
  • Bücher
    Name des Autors: Titel. Verlag, Jahr, Seite (von der ihr zitiert)
  • Zeitungsartikel
    Name des Autors: “Titel des Artikels”, Name der Zeitung, Datum, Seite.
  • Zeitschriftenartikel
    Namen der Autoren, “Titel”, Name der Zeitschrift, Nummer und Jahr der Ausgabe, Seite

Für weitere Informationen zum Thema „Recherchieren“ empfehlen wir euch das Pearson Fachbuch „Erfolgreich recherchieren“ von Prof. Dr. Matthias Wolfgang Stoetzer.

Hier geht es zur Fachliteratur: Erfolgreich recherchieren.