Lernen fürs Studium - die besten Tipps und Tricks

Lerntipps für ein erfolgreiches Studium

Effiziente Lernmethoden, Lesetechniken und Strategien zur Prüfungsvorbereitung für Studenten

Wer erfolgreich für Prüfungen, Scheine und andere Leistungsnachweise im Studium an einer Universität oder Fachhochschule lernen will, braucht vor allem eins: Die passende Lernmethode. Doch das ist noch nicht alles. Denn richtig lernen will nicht nur gut vorbereitet, sondern tatsächlich auch gelernt sein.

Wir zeigen euch Wege und Möglichkeiten, wie ihr gleich zu Studienbeginn wirklich effektiv Wissen aufnehmt, verarbeitet und nicht nur für einzelne Semester- oder Zwischenprüfungen, sondern wirklich langfristig, lernt.

Step #1: Voraussetzungen fürs Lernen schaffen

Lasst uns gleich zu Anfang mit einem der größten Irrtümer beim Lernen aufräumen – und ja, es wird vielen von euch nicht gefallen. Doch leider ist wissenschaftlich bewiesen: Musik stört beim Lernen. Und zwar erheblich. Schuld daran ist der sogenannte „Irrelevant Sound Effect“ (ISE). Denn obwohl die Beeinträchtigung durch Hintergrundbeschallung jeglicher Art von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark ausfällt, hat sie immer eine störende Wirkung auf kognitive Informationsverarbeitungsprozesse im menschlichen Kurzzeitgedächtnis.

Kurz gesagt: Man kann sich bei Musik einfach nicht so gut konzentrieren. Zahlreiche Studien und unzählige Befunde aus der empirischen Gehirnforschung lassen leider keinen Zweifel an dieser Tatsache. Für effiziente Lerneinheiten kommt Musik also definitiv nicht in Frage. Doch auch andere Störfaktoren solltet ihr von vornherein ausmerzen. Das heißt: Handy aus, Mailprogramm am PC schließen und ggf. Mitbewohner vorwarnen, dass ihr nicht gestört werden wollt.

Übrigens: Wer trotz Lernstress versucht, einigermaßen ausreichend zu schlafen, eher tagsüber statt nachts lernt, genug bzw. ausgewogen isst und trinkt und öfter mal die ein oder andere Pause einlegt, tut sich selbst einen Gefallen – und schafft am Ende mehr. Wirklich!

Step #2: Gut geplant ist schon halb gelernt!

Beginnen wir auch hier gleich mit einer typischen „Binsenweisheit“, die ihr sicherlich schon tausendmal gehört habt: Wer von Anfang an regelmäßig lernt, hat später weniger Stress in der Prüfungsvorbereitung. Klar. Aber leider auch nicht unbedingt realistisch. Wissen wir auch. Trotzdem solltet ihr versuchen, schon zu Beginn des Semesters regelmäßig – am besten mindestens ein- oder zweimal in der Woche – etwas Extra-Zeit zu blocken. Nicht unbedingt, um stur und im klassischen Sinne zu lernen, sondern um das neue Wissen vorzustrukturieren.

Warum das total Sinn macht, erklären wir euch gleich noch ausführlich. Zunächst aber zurück zur Lernplanung: Um effektiv und möglichst mit einer „Punktlandung“ für Semerster- und Abschlussprüfungen zu lernen, hat sich die konsequente Rückwärtsplanung bewährt. Dazu teilt ihr die heiße Lernphase vom Tag der Prüfung ausgehend rückwärts in einzelne, sinnvolle Lernabschnitte ein und passt euren Tagesablauf entsprechend an.

Lernplanvorlage zur Prüfungsvorbereitung für Studenten

Ein gutes Planungsmuster könnte in etwa so aussehen, wie die beigefügte Grafik. Diesen Lernplan zur Prüfungsvorbereitung für Studenten könnt ihr gerne auch direkt herunterladen und ausdrucken, wenn ihr wollt.

Ganz wichtig dabei: Das richtige Maß an Lernpausen und Zeitpuffern einplanen! Denn tatsächlich braucht unser Geist bei intensiver Lernarbeit oft schon nach 20-35 Minuten eine kurze Verschnaufpause. Nach knapp eineinhalb bis zwei Stunden Lernen ist eine große Pause von 15 bis 20 Minuten angesagt. Spätestens nach vier bis fünf Stunden konzentrierten Arbeitens solltet ihr eine richtig große Pause einlegen, etwas essen und euch erholen. Optimal geeignet für diese ausgiebige „Lern-Siesta“ ist das typische Nachmittagstief, das wir alle kurz nach dem Mittagessen durchlaufen.

Zudem sind ausreichende Pufferzeiten unumgänglich. Denn eigentlich kommt einem in der Lernphase immer irgendwann etwas dazwischen. Sei es der Studentenjob, der Freund oder die Freundin, andere Uni-Verpflichtungen oder eine plötzliche Erkältung. Wer dann auf eine sinnvoll vorausgeplante Zeitreserve zurückgreifen kann, den bringt auch das nicht aus der Ruhe. Und wenn einmal nichts dazwischen kommt: Auch gut. Denn ganz bestimmt gibt es gerade in der Prüfungsvorbereitungsphase deutlich schlimmeres als ein oder zwei komplett lernfreie Tage, oder?

Step #3: Die richtige Lerntechnik

So, genug der vorbereitenden Worte. Denn so hart es auch sein mag, beim erfolgreichen Lernen gilt leider die Devise: Ohne Fleiß kein Preis. Und so kommt ihr auch trotz noch so guter Vorbereitung ums eigentliche, intensive und anstrengende Lernen nicht herum. Doch keine Sorge: Mit der folgenden 3-Schritte-Lernmethode geht auch das deutlich besser, als ihr vielleicht denkt.

1. Lernmaterial und Wissen strukturieren

Wer das „große Ganze“ versteht, tut sich leichter. Daher solltet ihr zunächst alle Energie darauf verwenden, Zusammenhänge zu erkennen und den Lernstoff für euch einleuchtend zu strukturieren. Ist das geschafft, könnt ihr den Lerngegenstand mit Details und prüfungsrelevantem Spezialwissen anreichern. Kleiner Tipp: Wie gut ihr die Grobstruktur beherrscht, lässt sich wunderbar im Gespräch mit fachlichen Laien herausfinden. Könnt ihr zum Beispiel euren Eltern oder Freunden aus anderen Studienrichtungen in einigermaßen kurzer Zeit verständlich erklären, was ihr da gerade lernt (und warum), seid ihr auf dem richtigen Weg.

2. Aussagen, Regeln und Inhalte sinnvoll verknüpfen

Das komplette Beherrschen der Grobstruktur sollte euch dem Bestehen der Prüfung schon einmal deutlich näher bringen. Schafft ihr es dann noch, auch detailliertes Spezialwissen punktgenau und lösungsorientiert abzurufen, steht einem guten bis sehr guten Prüfungsergebnis im Grunde nichts im Wege. Damit das funktioniert, solltet ihr das Gelernte unbedingt mit konkreten Beispielen, Anwendungen und Assoziationen verbinden. So knüpft ihr Schritt für Schritt ein dichtes Netz aus prüfungsrelevantem Detailwissen rund um die solide Grundstruktur – und könnt damit auch kniffelige Prüfungsfragen meistern.

3. Gelerntes wiederholen und dauerhaft memorieren

Jetzt die schlechte Nachricht: Damit die Lernmethode aus Strukturieren und Verknüpfen tatsächlich zum gewünschten Prüfungserfolg führt, müsst ihr das Gelernte mehrfach wiederholen. Ganz einfach darum, weil es sich nur so wirklich in eurem Gedächtnis verankern lässt. Doch keine Sorge: Schon drei ernsthafte Wiederholungsrunden genügen oft, um das benötigte Prüfungswissen ordentlich zu memorieren. Mehr Wiederholungen schaden aber natürlich auch nicht. Und noch ein Tipp: Wiederholen vor dem Schlafengehen ist besonders effektiv. Denn im Schlaf werden kurzzeitig gespeicherte Informationen vom Hippocampus auf den Langzeitspeicher der Großhirnrinde übertragen.

Noch ein paar Worte zum Schluss: Lernt lernen, wie es euch passt!

Natürlich haben auch wir nicht den absoluten Stein der Weisen gefunden, wenn es um effizientes und bestmögliches Lernen im Studium oder für konkrete Prüfungen geht. Schließlich ist jeder Mensch verschieden – und lernt daher auch individuell unterschiedlich am besten.

Dennoch können unsere Tipps euch dabei helfen, euer Lernpensum im Studium oder in konkreten Vorbereitungs- und Lernphasen zum Semesterende hin deutlich effizienter und zielführender zu bewältigen. Probiert’s einfach aus!

Wichtig zu merken, damit’s mit dem Lernen klappt:

  • Ablenkungen vermeiden
  • Keine Musik beim Lernen
  • Ausreichend schlafen, essen und trinken
  • Lernphasen vor Prüfungen rückwärts planen (hier geht’s zur Mustervorlage)
  • Erst Lernstoff strukturieren, dann verknüpfen und schließlich (auswendig) lernen

Für mehr Informationen und tiefere Einblicke ins Thema Erfolgreich studieren empfehlen wir euch einen Blick in eines der diversen Fachbücher zu diesem Themenkomplex.

Hier geht es zu einer kleinen Auswahl aus dem Hause Pearson: Übersicht aktueller Lern- und Studierratgeber